| |
 |
|
Ein
Baby bringt Freude und Verantwortung
zugleich. Vieles ist neu und ein Patentrezept
für die Elternschaft hält keiner
parat. Wir glauben, das Wichtigste ist,
dass Sie sich mit Ihrer Partnerin austauschen
und sich mit ihr darüber einigen,
was Sie beide für Ihr Baby wollen.
Lassen Sie sich bei Problemen rund um
Schwangerschaft, Geburt und Stillen professionell
beraten. Je nach Fragestellung sollte
das die Hebamme, der/die Frauenarzt/ärztin
oder die Stillberaterin sein. |
|
| |
Wir
wollen Sie mit ein paar gebündelten
Tipps für die ersten Wochen nach der
Geburt unterstützen und wichtige Fragen
zum Thema Stillen beantworten. |
|
| |
Was
sollte man über das Stillen wissen?
Neun von zehn Frauen, die während
der ersten sechs Wochen aufgeben, wollten
eigentlich länger stillen. Oft liegt
dies an mangelnder Unterstützung sobald
Schwierigkeiten auftreten. Denn Stillen
ist zunächst für Mutter und Kind
eine neue und zuweilen anstrengende Erfahrung.
Stillen muss gelernt werden und jede Mutter
benötigt dabei Zuspruch und Aufklärung.
Erst recht sobald Probleme wie wunde Brustwarzen
oder ein Milchstau auftreten oder die Mutter
das Gefühl hat, die Milch würde
nicht ausreichen. Auch wenn man oft Frauen
sagen hört, dass sie nicht stillen
können, tatsächlich sind es weniger
als 3 % aller Frauen, die körperlich
nicht zum Stillen in der Lage sind. |
|
| |
Allein
Ihre bejahende Einstellung zum Stillen,
kann Ihrer Partnerin sehr viel Kraft geben.
Jede Mutter braucht die Bestätigung,
dem Baby ein besonders wertvolles Geschenk
zu machen. Ermuntern Sie sie! In den ersten
Tagen ist Zeit zum Ausprobieren und Nachbessern. |
|
| |
In
der Anfangszeit sollten Sie deshalb unbedingt
zur Verfügung stehen, um im Haushalt
behilflich zu sein, eventuell für
die Familie zu kochen oder die Besuche
zu organisieren. Sorgen Sie dafür,
dass Ihre Frau in Ruhe stillen kann. |
|
| |
Die
Zusammensetzung der Muttermilch ändert
sich täglich und passt sich an die
jeweiligen Bedürfnisse des Babys an.
Während einer Mahlzeit ändern
sich ihre Eigenschaften von Durst stillend
bis zu Hunger sättigend. Muttermilch
wird schnell verdaut. Da der Magen eines
Neugeborenen etwa die Größe
einer Walnuss hat, muss er oft gefüllt
werden. Es ist heute bekannt, dass ein
Kind am besten "ad libitum",
das heißt, nach Bedarf gestillt wird.
Ein Rhythmus wird sich einstellen, doch
erwarten Sie keinen Vier-Stunden-Takt von
einem Neugeborenen. Die winzigen Hungerleider
melden sich gerne häufiger: 8 - 12
Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden
sind zu erwarten. Das Kind wird in den
Wochen und Monaten seinen Bedarf selbst
regulieren. Braucht es mehr Milch, wird
es häufiger an die Brust wollen. Wenn
die Mutter darauf reagiert und häufiger
anlegt, wird die Milchproduktion angekurbelt
und innerhalb weniger Tage wird mehr bereitgestellt,
sodass Ihr Kind nach einer Mahlzeit wieder
gut gesättigt mehrere Stunden durchhält. |
|
| |
Stillende
Mütter haben mehr Durst, daher sollte
beim Stillen immer ein Glas Wasser oder
leckerer Tee in ihrer Nähe sein. Sie
sollte auch bei einer ausgewogenen Ernährung
unterstützt werden. Rauchen Sie? Wenn
ja, wäre es ein Segen für Ihr
Kind, wenn Sie aufhören oder zumindest
draußen rauchen. |
|
| |
Was
tun bei Problemen?
Als Mann sollten Sie auch, genau wie Ihre
Frau, wissen, wie man Probleme vermeidet
oder schnell wieder in den Griff bekommt.
- Ihre Frau wird Ihnen dankbar sein! Hier
ein paar Tipps: |
|
| |
Einige
Frauen haben Schwierigkeiten, wenn sie
mit dem Stillen beginnen: z. B. durch einen
enormen Milcheinschuss. Vor dem Stillen
kann etwas Milch ausgestrichen werden,
um die Spannung zu mildern. Der Säugling
sollte einen großen Teil des Brustwarzenhofes
mit dem Mund umschließen können,
dann liegt die Brustwarze gut geschützt
im hinteren Bereich des Munds. Falls Schmerzen
an der Brust auftreten, muss eventuell
die Stillposition korrigiert werden. Auch
wenn Ihre Partnerin bereits eine Stillberatung
in der Geburtsklinik erhalten hat, eine
Wiederholung mit der Hebamme oder einer
Stillberaterin gibt individuelle Hilfestellung.
Die Brustwarze ist besonders am Anfang
sehr empfindlich, deshalb ist Pflege und
Schutz wichtig, dabei hilft hochaufgereinigtes,
wundheilendes Lanolin. |
|
| |
Alles
easy!
Nach ein paar Wochen kann Sie als erfahrener
Vater eines gestillten Kindes so leicht
nichts mehr erschüttern. Hier noch
ein paar abschließende Tipps für
die folgenden Monate: Eine gesunde Mutter
kann ihr Kind - wenn sie das möchte
- ohne weiteres Zufüttern mindestens
sechs Monate ausschließlich stillen
und mit ihrer Milch sättigen. Sie
werden in schwierigen Phasen oft von anderen
hören oder sogar selbst annehmen,
dass Ihr Baby eventuell nicht mehr satt
wird. Doch lassen Sie sich davon nicht
beirren, solange Ihr Kind gut gedeiht. |
|
| |
Nach
etwa einem halben Jahr ist das Baby bereit
für seinen ersten Babybrei.
Dann wird Ihre Hilfe um so nötiger:
Die Breizubereitung ist deutlich aufwändiger
als das Stillen! Übrigens, es ist
nicht ungewöhnlich, dass Kinder die
bereits mit Brei gefüttert und nur
noch ergänzend gestillt werden, in
Krankheitsphasen ausschließlich gestillt
werden wollen. Machen Sie sich keine Sorgen,
diese Schonkost ist dann genau das Richtige
für Ihr Kind. Ihre Frau sollte solange
zusätzlich weiterstillen, wie es ihr
und ihrem Baby Freude bereitet. Die allgemeine
Empfehlung für die Stilldauer lautet
zwei Jahre ab der Geburt. In den letzten
Monaten werden die Babys häufig nur
noch abends gestillt. |
|
| |
Wenn
Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich
an Ihre Hebamme oder an eine Stillorganisation
wie die La Leche Liga oder den Bund deutscher
Laktationsberaterinnen. Sie erhalten dort
Stillberatung:
www.lalecheliga.de
www.bdl-stillen.de
Informationsblatt "Väter und
Stillen" |
|
|